Zur Zeit wird gefiltert nach: Superminister-Weblog
Filter zurücksetzen

18.01.2010
21:50

Deutschland sucht den Superkultusminister

Das Twitter Casting

Am Freitag wird der neue Präsident der Kultusministerkonferenz gewählt. Pisaversteher ruft auf: Wählt selbst den heimlichen Kultuschef – kürt den Superkultusminister!

[1. Einsendung: Arbeit und Leben Niedersachsen nominiert Schulminister Rau - mit einer Bemerkung über Inklusion. - siehe unten -

2. Jo Leffers nominiert "BuBiMi Annette 'ohne Land' Schavan mit Zitat: "Kein Kind darf verloren gehen"

3. Lothar Pfaffmann (SPD, Bayern) nominiert Lupo Spaenle, weil er Hauptschulen als "niederschwelliges Bildungsangebot" besonders für Migranten behalten will.

4. cif nominiert den Regierungsdirektor des gegliederten Schulwesens, Josef Kraus: "Warum soll ich das quasiprogressive Imitat CDU wählen, wenn ich ein rotes, dunkelrotes oder grünes Original habe?" in der Holz-Faz]

Die deutsche Schule steht zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einer merkwürdig eingeklemmten Situation.

Hier drängen eine kleine Zahl von Reformschulen, neue Technologien, vor allem aber eine muntere Community von digital natives zu einem neuen Lernen2.0. Ihr Motto:

Wissen für alle überall, Schluss mit dem Kreativitätskiller Lehrplanschule.

Auf der anderen Seite gibt es unglaublich enthusiastische Fans des Frontbeladens. Sie hängen der Schule des 19. Jahrhunderts an – und zwar konsequent in ihrer Erscheinungsform als Dreiklassenschule und ihrer Verkehrsform des Feuerzangenbowlen-Lernens.

Die Schule leidet an einem Modernisierungsrückstand. Anderswo denken ganze Nationen darüber nach, wie man 21st Century Skills, die Kompetenzen für das 21. Jahrhundert kreieren kann. Deutschland aber arbeitet sich seit Pisa 2000 an zwei Kardinalfragen ab, die beinahe jede Bildungsdebatte strangulieren: Ist die dreigliedrige Schule toll – oder ein Desaster? Und: Wie modern ist die griechische Landschildkröte unter den Steuerungsgremien, die Ständige Konferenz der Kultusminister (KMK)?

Beide Themen sind eng miteinander verknüpft. Die Gruppe, die am heftigsten nach der gegliederten Schule ruft, sind die Kultusminister. Sie sind die Gralshüter des staatlichen Bildungsmonopols im Format des beginnenden 19. Jahrhunderts: Als in drei Typen, später vier sich ausdifferenzierende gegliederte Schule.

Pisaverstehr findet, wir müssen nicht nur unsere Schule besser verstehen, sondern auch unsere schulpolitische Akteure. Daher richtet Pisaversteher nun einen Wettbewerb aus. Wir wählen als Netzcommunity den klügsten Kultusminister, die hellste Leuchte unter den Zukunfts- und Innovationsministern, wie sie sich gerne nennen.

Allerdings: Gewählt wird nicht mit Stimmen, sondern mit Zitaten. Wir suchen die besten O-Töne und Aktionen der Kultuschefs.

Beispiele für Klasse-Aktionen:

  • NRW-Schulministerin Barbara Sommer wollte im Jahr 2008 Kopfnoten wieder einführen. So sollten Kinder schon in der Schule das Arbeits- und Sozialverhalten besser einüben können, das sie später in ihren 21st Century-Jobs dringend brauchen

  • Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle: „Wenn es sein muss, lasse ich mich dafür auch verklagen", sagte er im Jahr 2009 zu seiner Weigerung, seine Schulen auf Inklusion, also „Schule für alle“ umzustellen. Dies verlangt die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Handikaps, die auch Deutschland ratifiziert hat.

  • Die Ministerin aus Niedersachsen, Elisabeth Heister-Neumann (CDU), hat ein besonderes Kunststück fertig gebracht. Erst wurde in ihrem Land die Gesamtschule praktisch gesetzlich verboten. Inzwischen darf man wieder Gesamtschulen gründen, wovon die Bevölkerung auch reichlich Gebrauch macht. Heister-Neumann aber gibt sich nicht so leicht geschlagen – sie verlangt, dass auch Gesamtschulen das Abi nur als Turbo-Variante in acht Jahren vergeben dürfen. Ziel: So müssen die Gesamtschulen ihre Schülerschaft früher zwingen, sich für Abi oder Nicht-Abi zu entscheiden.

    hier die Vorschläge

    1. Vorschlag für den heimlichen Superminister: "Es ist ein inklusives Schulsystem" - so antwortete der baden-wüttembergische Kultusminister Helmut Rau im Interview auf den Hinweise der taz "Sie sollen ein inklusives Schulsystem schaffen!" taz Der Hinweis kam von Arbeit und Leben Lüneburg, inklusive Menschenrechte

 

 

Wer weitere Sternstunden der deutschen Bildungspolitik aus dem Munde unserer Kultusminister zu erzählen weiß, sende einen Kommentar an Pisaversteher.de das „Superminister-Weblog“. Oder zwitschere sein Fundstück an @ciffi auf Twitter. Hashtag #superminister

 

 

Einsendeschluss: Donnerstag 24 Uhr.

Denn wir wollen pünktlich zur Inauguration des offiziellen Kultus-Präsers den Schatten-Superkultusminister ernennen!

Best, Christian Füller alias Pisaversteher alias @ciffi

pisaversteher.de