15.06.2009
13:37

Doofe Eltern

Wie Eltern gute Schule kaputt machen

Am Freitag brachte der Spiegel in seiner online-Ausgabe eine bearbeitete Auskopplung aus "Die Gute Schule". Thema waren die Eltern, und der Tenor in etwa dieser: 

"So sind sie, die Eltern. Sie wollen Schulreformen jetzt und sofort - aber bitte nur die, die ihrem Kind nützen. Sie kämpfen für Noten, aber wehe, wenn es der eigene Filius ist, der schlecht abschneidet. Sie sind für eine gerechte Gesellschaft. Aber nur, wenn nicht zu viele Migrantenkinder in die Klasse des eigenen Kindes drängen. Sie beschimpfen Lehrer als faule Säcke, aber sie werfen selten einen Blick in die Hefte ihrer Kinder." (...mehr)

Die Reaktionen auf den Text waren fulminant - es trafen 80 Prozent Hassmails ein. Der Rest war gute Zustimmung. Zwei Auszüge: 

 

"Dieser Artikel ist unglaublich unverschämt. Sie wissen genau, dass es unsere Eliten sind, die die Schuld daran haben, dass sich in Deutschland eine bildungsferne Unterschicht großen Ausmaßes gebildet hat - hauptsächlich integrationsresistente Migranten. Und jetzt sollen die Eltern schuld sein?"

 Die andere Seite schrieb das: 

 

Vielen Dank für diese Geschichte! (...) Ich saß neulich auf dem Einführungselternabend einer Privatschule in einem Vorort von Berlin. Dort wird meine Tochter aus organisatorischen Gründen im August als Vorschulkind eingeschult. Die Schule ist ein Paradies: 15 Kinder pro Klasse, jeweils ein Lehrer und ein Erzieher im Klassenraum, Schwerpunkt auf eigenständiges Lernen, kaum Frontalunterricht.

Nun will diese Schule auf jahrgangsübergreifendes Lernen umstellen. (...) Zu meiner Verblüffung liefen andere Eltern Sturm. Da sprachen Väter von Fünfjährigen über "abflachende Leistungskurven" und machten sich Sorgen, dass ihre Sprösslinge den Übergang auf's Gymnasium nicht schaffen würden, weil sie als Zweitklässler mit Erstklässlern zusammen unterrichtet werden. Ich dachte, ich höre nicht richtig! Als ich um 22:30 Uhr ging, stritten sich ein paar Eltern immer noch mit dem Schulleiter.

Viel mehr braucht man nicht sagen. Eltern sind nervös, so viel ist klar. Und sie sind in teilen die reformunfreudigste Klientel, die es überhaupt gibt.

Es gab übrigens Missverständnisse. Einige Eltern ärgerten sich, dass ich keine Kinder hätte und von Elternarbeit an Schulen keine Ahnung hätte. Sorry, aber damit kann ich nicht dienen. Ich habe zwei Kinder in einer ganz normalen Schule und mit zwei herausragenden Lehrerinnen. Und ich bin selbstverständlich mit in die Elternarbeit integriert.

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