18.06.2009
09:14

ganz schön hart aber fair

So ne Diskussion im Fernsehen

am Mittwoch bei "hart aber fair"

man ist ja dann doch nervöser, als man erwartet hätte. frank plasberg ist der große souverän, weil er alle irgendwie veräppelt. aber auch ein cooler kumpeltyp. seine ankündigung, man müsse reingrätschen, wenn man drankommen wolle, hat sich bestätigt. ihm mit den augen zu signalisieren, dass man da `nen punkt machen könne, ist sinnlos. denn gleich plärrt wieder jemand von rechts in die kamera.

wer gucken will, bitte hier auf der homepage von hart aber fair. die rezension bei spiegel online sieht so aus.

inhalte?

ich wollte rüberbringen, das lernen spaß machen muss. das motiviert die kids am allermeisten. und dass sie sich wohl und geborgen fühlen müssen. ob dafür die formel, "wir brauchen mehr und nicht weniger kuschelcken" ideal war, weiß ich nicht. in so einer hektik ein modernes und individuelles lernarrangement zu erzählen, ist nicht so einfach.

was ein bisschen ärgerlich ist: das tarifzeugs wäre so interessant. da kann man aber keine punkte machen, denn die tv-fritzen hassen funktionärskram. krass an der erzieherinnen-entlohnung ist, dass man sich die krücke der krankmachenden stühlchen und des gesundheitsschutzes quasi nehmen musste, um überhaupt streiken zu können. die dringend nötige höhergruppierung haben die arbeitgeber lange und unhöflich abgelehnt - obwohl jeder weiß, dass erzieherinnen besser bezahlt werden müssen.

der murks, denn petra roth erzählt, ist reine propaganda: es herrscht keine friedenspflicht. wer einen gesundheitstarifvertrag haben will, der kann dafür natürlich streiken.

dennoch wird sich beim gehalt was tun: die erzieherinnen werden wahrscheinlich einen euro pro stunde mehr bekommen, damit springen sie von einem stundenlohn von 11,30 euro auf 12,30 euro - von der grundschullehrerin (18 euro) sind sie immer noch weit entfernt. das wäre aber in etwa die richtung, die man einschlagen müsste. 

verrückt: weiterstreiken können die erzieherinnen nicht, weil ihnen der rückhalt der eltern fehlt. vor allem die bildungsbeflissenen sagen nach inzwischen drei wochen streik - jetzt ist aber gut! eltern strengen klagen wegen verdienstausfalls gegen die gew an. eltern beschweren sich bei der gewerkschaft, "dass auf dem rücken der kinder gestreikt wird". das heißt: ausgerechnet jene klientel pustet dem streik das licht aus, welche die höchsten ansprüche an kitas und schulen stellt.

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